Auswanderung und Wohnsitz: Die drei häufigsten Fehler bei Beendigung deiner Steuerpflicht in Deutschland

Der Traum vom Leben und Arbeiten im Ausland ist so beliebt wie nie zuvor.

Immer mehr digitale Unternehmer sehen ihre Chance in der Digitalisierung und damit die Möglichkeit, ihren eigenen Arbeitsplatz in internationale Gefilde zu verlegen. Dabei sollten die steuerlichen Verpflichtungen stets besonders gründlich bedacht werden. Gerade hinsichtlich des Wohnsitzes, des gewöhnlichen Aufenthalts und des Lebensmittelpunktes werden häufig Kleinigkeiten übersehen, die rückwirkend zu einer unbeschränkten Steuerpflicht und Besteuerung des Welteinkommens in Deutschland führen.


Exkurs: Eine kurze Erklärung für Nicht-Steuerexperten:

Unbeschränkt steuerpflichtig bist du, wenn du in Deutschland einen Wohnsitz hast oder dich hier gewöhnlich aufhältst.

Einen Wohnsitz hast du, wenn du über eine Wohnung oder auch nur ein Zimmer verfügen kannst.

Einen gewöhnlichen Aufenthalt hast du, wenn du länger als 183 Tage im Jahr in Deutschland bist.

Beschränkt steuerpflichtig bist du, wenn du in Deutschland zwar Einkünfte erzielst, aber weder einen Wohnsitz noch deinen gewöhnlichen Aufenthalt hast.

Erweitert beschränkt steuerpflichtig bist du, wenn du als deutscher Auswanderer in ein Niedrigsteuerland ziehst und damit werden weitere Einkünfte beschränkt steuerpflichtig in Deutschland.


Mit den richtigen Strategien kannst du durch einen Wegzug nicht nur Steuern Sparen, sondern du hast auch ein beruhigtes Gewissen, in diesem komplexen Thema alles richtig gemacht zu haben und kannst dich auf dein Business und dein neues Leben konzentrieren.

Erfahre hier, welche drei häufigsten Fehler du vermeiden kannst und wie du (mit der Auswanderung) Steuern Sparen kannst.

 

Die drei häufigsten Fehler und wie du sie vermeidest:

 

1. Wohnsitz: Du behältst die Verfügungsgewalt über deine Wohnung in Deutschland

Die Steuerpflicht wird in den meisten Staaten in erster Linie über den Wohnsitz bestimmt. Dort, wo du wohnst, musst du Steuern zahlen. Wenn du eine deutsche Wohnung hast, kannst du sie natürlich behalten und weitervermieten – zum Verkauf oder zur Kündigung des Mietvertrags bist du nicht verpflichtet. Nicht selten besteht bei Auswanderern jedoch der Fall, dass sie sowohl im Aus- als auch im Inland eine Wohnung unterhalten oder ein Zimmer zur Verfügung steht. Die deutschen Finanzbehörden schauen in diesem Fall genau hin, um zu prüfen, wo dein Wohnsitz liegt und du verpflichtet bist Steuern zu zahlen.

Entscheidend ist also deine Verfügungsgewalt. Du solltest keinen Wohnungsschlüssel mehr haben, denn dies kann ein Anzeichen sein, dass der Wohnsitz in Deutschland bestehen bleibt. Es sollte auch kein Zimmer bei Familie oder Freunden geben, dass du stets nutzen kannst. Letztlich ist entscheidend, dass Deutschlandbesuche egal ob im Hotel oder bei Familie oder Freunden immer Hotelcharakter haben, d.h. du solltest nur für die Zeit des Aufenthaltes einen Schlüssel haben und alle persönlichen Sachen mitbringen und wieder mitnehmen.

Die Abmeldung des Wohnsitzes beim Einwohnermeldeamt hingegen ist für die steuerliche Definition des Wohnsitzes nicht notwendig. Das entfaltet laut Tz. 1.2 zu § 8 im Anwendungserlass zur Abgabenordnung (AEAO) lediglich eine sogenannte Indizwirkung und wäre entsprechend „nur“ zu empfehlen.

2. Gewöhnlicher Aufenthalt: Längerer Aufenthalt für mehr als zwei Monate in Deutschland

Der zweite Faktor, der am häufigsten zur weiteren Besteuerung in Deutschland führt, ist die Beibehaltung des gewöhnlichen Aufenthalts in Deutschland. Grundsätzlich gilt hier die 6 Monats (183 Tage) Regelung als feste Kriterium, dass unbedingt unterschritten bleiben muss. Die gesetzliche Definition ist hier jedoch nicht trennscharf, sondern definiert lediglich einen „nicht nur vorübergehenden“ Aufenthalt. Daher hat sich in der Beratungspraxis bewährt, lediglich Besuche von einer Dauer von maximal 2 Monaten am Stück in Deutschland zu empfehlen. Dazwischen solltest du dich immer mindestens 3 Wochen im Ausland aufhalten und es sollte klar erkennbar sein, dass du dort keinen kurzfristigen Urlaub verbringst oder lediglich eine Geschäftsreise unternimmst.

Letztlich ist gerade dieses Kriterium ein gefährlicher Faktor, der nicht immer eindeutig beurteilt werden kann. Um zu vermeiden, dass die steuerliche Einordnung im Zweifelsfall auf dem Gerichtsweg erkämpft werden muss, sollte die 2 Monats-Empfehlung eingehalten werden.

Jedoch gibt es hier auch Ausnahmeregelungen, z.B. für Krankenbehandlungs-, Kur- oder Erholungszwecken, wo du sogar länger als 183 Tage in Deutschland verweilen darfst. 

3. Lebensmittelpunkt: Deine Familie in Deutschland

Bist du verheiratet und dein Ehepartner bleibt in Deutschland, kann die Steuerpflicht in Deutschland weiterhin bestehen, wenn der Lebensmittelpunkt durch die Familienwohnung angenommen wird. Entscheidend für einen möglichen Lebensmittelpunkt sind Ehepartner und minderjährige Kinder. Eltern, Geschwister oder Verwandte in Deutschland haben keinen Einfluss auf deinen Lebensmittelpunkt. Um einen Lebensmittelpunkt in Deutschland zu vermeiden, solltest du also mit deiner Familie gemeinsam auswandern. Selbst wenn ihr vorübergehend getrennt lebt, ist dies kein Argument bei der Steuerpflicht.


Du hast nun einen kleinen Überblick, was du bei der Verlagerung deines Lebensmittelpunktes ins Ausland beachten musst, um legal und rechtssicher Steuern zu Sparen und nicht weiterhin in Deutschland Steuern zahlen zu müssen. Aus diesem Grund ist es hilfreich und empfehlenswert, die Regelungen der §§ 8 und 9 AO und des AOAE „Wohnsitz“ und „gewöhnlicher Aufenthalt“ genau zu kennen. Natürlich können auch noch weitere Anknüpfungspunkte für eine Steuerpflicht in Deutschland bestehen. Daher ist es unbedingt zu empfehlen, dass du dich mit diesen Themen auseinandersetzt und einen Experten heranziehst und dich bei deinem Wegzug und einer Abmeldung rechtssicher begleitet.

 

Wir möchten hier auch nicht alle kreativen Modelle aufzeigen. Gerne beraten wir dich dazu individuell. Danach steht deinem Weg ins Ausland mit für dich besseren Lebensbedingungen, weniger Bürokratie und fairen Steuern nichts mehr im Weg.

 

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Kommentare: 49
  • #1

    Gustav (Freitag, 02 August 2019 15:22)

    Vielen Dank für den Beitrag!
    Gerne würde ich wissen, ob es ein Problem darstellt, wenn ich jedes Wochenende meine Freundin in Deutschland besuche, dort aber keinen Wohnsitz mehr habe, sondern ausschliesslich in der Schweiz gemeldet bin und dort auch sonst wohne.

    Viele Grüsse,
    Gustav

  • #2

    Michael (Montag, 12 August 2019 13:28)

    Hallo Gustav,
    leider gilt auch hier wie so oft im Steuerrecht: Es kommt darauf an. Wenn du in Deutschland keinen Wohnsitz mehr hast, könntest du durch den gewönhlichen Aufenthalt noch unbeschränkt steuerpflichtig sein (grs. ab 183 Tagen in Deutschland). Wichtiger ist aber dein Lebensmittelpunkt. Das könnte durchaus gegeben sein, wenn mehr dafür spricht (z.B. Freundin, Familie, Vereine), dass dieser in Deutschland ist. Schau dazu doch auch mal in das DBA Deutschland - Schweiz in Art. 4 unter Ansässigkeit. Wenn du demnach in Deutschland ansässig bist, kann es durchaus zu "Problemen" führen. Wenn du in der Schweiz ansässig bist, wird dadurch Deutschland oftmals das Besteuerungsrecht entzogen.

    Ich hoffe, das hat dir weitergeholfen. Wie du aber siehst, kann deine Frage nicht ad-hoc beantwortet werden. Insbesondere kommt es auch auf deine Situation vor dem Wegzug und deine jeweiligen Einkünfte an.

    Liebe Grüße
    Michael

  • #3

    Stefanie (Sonntag, 08 September 2019 13:58)

    Super, hilfreicher Beitrag. Vielen Dank.
    Bei mir ist es genau umgekehrt und noch ein bisschen komplizierter. Ich möchte in Deutschland steuerpflichtig bleiben und vermeiden, dass ich unters Doppelbesteuerungsabkommen falle.
    Ich bin in Deutschland (Haupt) und in Portugal (neben) gemeldet. Ich verfüge über eine Wohnung in Deutschland und in Portugal (beide nicht untervermietet).
    Ich habe Verträge (Internet, Versicherungen, Auto) in beiden Ländern. Meine Kunden sitzen in Deutschland und überweisen mein Freiberufler-Einkommen aufs Deutsche Konto. Mein Steuerberater ist in Deutschland und sämtliche Geschäftlichen Verträge werden dort geschlossen. Meine Eltern und Geschwister leben in Deutschland.

    Aber ich halte mich mehr als 183 Tage in Portugal mit meinem kranken Freund auf! (3-Monate pro Jahr unzusammenhängend in De. 9 Monate unzusammenhängend in PT) ich erledige meine Arbeit ausschließlich am Laptop. Ich bin mind. 1-2 pro Monat auf Geschäftsreise in Deutschland zur Präsentation.
    Kann mich Portugal zur Doppelbesteuerung zwingen oder bin ich mit dieser Konstellation sicher? Muss ich mit Nachforderungen von Steuerbeträgen aus Portugal rechnen?

  • #4

    Michael (Mittwoch, 11 September 2019 16:35)

    Hallo Stefanie,

    grundsätzlich bist du durch den Wohnsitz in DE unbeschränkt steuerpflichtig. In PT ist das nach nationalen Gesetzen zu beurteilen, dürfte aber auch so sein. Dann hättest du nach DBA zwei Wohnsitze und für deine Ansässigkeit ist dein Lebensmittelpunkt (die 183 Tage sind nachrangig) ausschlaggebend. Das kann hier nicht abschließend beantwortet werden, aber aufgrund deines Freundes und der ca. 9 Monate in PT spricht einiges für PT.

    Für deine Einkünfte ist aber Art. 7 im DBA einschlägig, d.h. es geht um die Ansässigkeit deines Unternehmens. Das wäre grundsätzlich Deutschland und entsprechend hier zu besteuern. Es verbleibt aber ein Restrisiko, dass PT eine Betriebsstätte (insbesondere durch die "Leitung" in PT) annimmt. Das ist ein sehr schwieriges Thema, schau dazu mal in Art. 5 des DBA.

    Ich würde empfehlen, das Thema mal mit einem Steuerberater in PT zu besprechen.

    Bitte beachte, dass ich hier keine explizite Steuerberatung, sondern nur eine kurze erste Einschätzung abgeben kann.

  • #5

    Frank (Freitag, 15 November 2019 13:00)

    Guter Beitrag, danke.
    Ich selber habe 2 Jahre im außereuropäischen Ausland studiert und habe danach eine Stelle in England angenommen. Ich habe mich nicht abgemeldet und kann ein Zimmer im Haus meiner Eltern, das mittlerweile ein Gästezimmer ist, nutzen. In den letzten drei Jahren war ich allerdings nur wenige Wochen in Deutschland. Die meisten Verträge habe ich gekündigt (inkl. Krankenversicherung), nur einige Bankkonten habe ich noch. In Deutschland habe ich lediglich sehr geringe Einkünfte aus Kapitalanlagen. Wie muss ich mich nun verhalten? Wegen der Kapitalanlagen muss ich ja eine Steuererklärung abgeben. Muss ich die Auslandseinkünfte dort angeben? Muss ich dem Finanzamt meinen steuerlichen Wohnsitz mitteilen?

  • #6

    Michael von EasyDigiTax (Montag, 02 Dezember 2019 05:44)

    Hallo Frank,
    du musst im ersten Schritt beurteilen, ob du unbeschränkt steuerpflichtig bist. Wenn das Zimmer als Wohnsitz anzusehen ist (private Sachen, Verfügungsmacht etc.), dann wäre das der Fall. Andernfalls wärst du wohl nur beschränkt steuerpflichtig mit Einkünfte aus Kapitalvermögen, wenn der Schuldner Wohnsitz, Geschäftsleitung oder Sitz im Inland hat (§ 49 (1) Nr.5 EStG). Diese sind aber in der Regel über den Steuerabzug durch die Bank abgegolten und dann muss keine Steuererklärung abgegeben werden.

  • #7

    saast@web.de (Montag, 02 Dezember 2019 07:13)

    Ich bin chinesische Staatsangehoerig und habe seit Geburt bis heute einen staendigenWohnsitz in China. Seit ca. 20 Jahren bin ich mit einem deutschen verheiratet und lebe vorwiegend in Deutschland. Ich habe diverse Fonds in Luxemburg angelegt. In welchem Land muss ich die bisherigen Kapitalerraege versteuern. Im kommenden Jahr 2020 werde ich alleiner zurueck nach China in meine dortige Wohnung umziehen um jaehrlich mindestens 6-7 Monate dort zu leben, die restliche Zeit in Drutschland. Wo bin ich dann steuerpflichtig? Ich moechte gerne meine Steuern in China entrichten, darf ich in Deutschland trotzdem angemeldt bleiben? Danke fuer antwort und mfG

  • #8

    Michael von EasyDigiTax (Montag, 02 Dezember 2019 08:13)

    Hallo Saast,
    auch das ist abhängig von deiner Steuerpflicht. Aktuell dürftest du in DE unbeschränkt steuerpflichtig sein und damit auch alle Kapitalerträge. Eventuelle Quellensteuer kann ggf. in DE angerechnet werden. Zukünftig wäre dann ausschlaggebend, ob du noch unbeschränkt Steuerpflichtig in DE bist. Als mit einem Deutschen Verheiratete in der Regel schon (Lebensmittelpunkt DE). Ansonsten hängt es am Wohnsitz, wenn kein gewöhnlicher Aufenthalt mehr vorliegt.

  • #9

    saast (Montag, 02 Dezember 2019 09:37)

    Hallo.

    Danke fuer die schnelle Antwort. Wir sind seit einigen Wochen getrennt lebend, deshalb moechte ich kuenftig jaehlich mindesten 6-7 Monate in m Shanghai, China leben. Ich verfuege als chinesische Staatsbuergerin ueber eine unbefristete Daueraufenthaltsgenehmigung in Deutschland, kann also ohne Fristenbindung jederzeit wieder in Deutschland einreisen.

    Wie sieht dann meine steuerliche Situation aus?

    Danke und mfG

  • #10

    helga (Montag, 02 Dezember 2019)

    Mein Bruder bezieht seit 2003 Rente aus einer Versorgungsanstallt.
    Seine Frau von der BVA eine Rente.
    Wenn sie nach Spanien oder Portugal gingen , mehr als 183 Tage im
    Jahr. Wo muß die Rente verstuert werden?

    Besten Dank
    Helga

  • #11

    Andy (Donnerstag, 05 Dezember 2019 06:38)

    Hallo Michael, in den letzten Tagen hat sich bei mir folgender Weg eingeschlagen: Ich will auf unbestimmte Zeit aus Deutschland auswandern, Wohnsitz und Unternehmen abmelden. Ich arbeite aktuell als Einzelunternehmer mit einer deutschen Firma zusammen, die Buchen mich für rund 20 Std. die Woche, ich erstelle eine Rechnung und bekomme die bezahlt. Abgesichert duch einen Dienstvertrag zwischen dem Unternehmen und mir. Meine Überlegung ist eine Firma in Asien zu gründen, Malaysia oder Hong Kong soll es mit vertretbarem Aufwand möglich sein. Ich würde den Unternehmer bitten einen neuen Dienstvertrag mit meiner Hong Kong Limited abzuschließen und für diese Arbeiten. Die Hong Kong Limited erstellt dann Rechnungen an den Deutschen Unternehmer. Ich würde mir von der Ltd. ein Gehalt auszahlen lassen. Die Fragen die sich mir stellen, ist das so realistisch? Kann ein deutsches Unternehmen einen solchen Vertrag mit einer ausländischen Firma eingehen? Bin ich in dem Fall nur in Hong Kong steuerpflichtig? (Voraussgesetzt ich habe keinen neuen Wohnort und keinen gewöhnlichen Aufenthaltsort und die Offshore Regelung ausgeschlossen) Müssen in Deutschland irgendwelche Steuern bezahlt werden? Von der HK ltd. oder von dem deutschen Auftraggeber (bezüglich des Dienstleistungsvertrages).

    Viele Grüße, Andy

  • #12

    Michael von EasyDigiTax (Dienstag, 10 Dezember 2019 05:06)

    Hallo Saast, das ist natürlich etwas umfangreicher zu beantworten. Wenn du nicht mehr verheiratet bist, keinen Wohnsitz und auch keinen außergewöhnlichen Aufenthalt mehr in Deutschland hast, dann wärst du grundsätzlich nur noch mit bestimmten Einkünften beschränkt steuerpflichtig in Deutschland.

  • #13

    Michael von EasyDigiTax (Dienstag, 10 Dezember 2019 05:08)

    Hallo Helga,
    das muss immer jeweils auf Basis des jeweilig anwendbaren Doppelbesteuerungsabkommens beurteilt werden. In der Regel hat Deutschland als Kassenstaat aber das Besteuerungsrecht. Gerne können wir das in einer Beratung diskutieren: https://steuer.easydigitax.de/steuer-strategie-call/

  • #14

    Michael von EasyDigiTax (Dienstag, 10 Dezember 2019 08:39)

    Hallo Andy,
    das hängt natürlich von vielen Faktoren ab, grundsätzlich wäre es aber möglich. Wichtig ist , dass deine deutschen Kunden mit einer Rechnung von einer z.B. Hong Kong Ltd. einverstanden sind und du keine Steuerpflicht mehr in Deutschland auslöst (Wirksame Beendigung der unbeschränkten Steuerpflicht, keine Anknüpfungspunkte für die beschränkte Steuerpflicht (das könnte unter Umständen das Gehalt sein), keine erweitert beschränkte Steuerpflicht (z.B. durch betriebsstättenlose Einkünfte). Bei einer Verlagerung deines Geschäftsbetriebs müsstest du auch die Entstrickung und ggf. Funktionsverlagerung prüfen. Das alles biete ich übrigens in meinen Wegzusgpakete an: https://www.easydigitax.de/steuern-sparen/durch-eine-rechtssichere-auswanderung/

  • #15

    Hannes (Sonntag, 15 Dezember 2019 21:31)

    Hallo
    Ich werde am 01.02 in die Schweiz auswandern. Meine Familie (Frau +3 Kinder) kommen am 01.04 nach.
    Ich besitze ein Haus welches ich für Urlaube und meine Rente behalten werde und auch nicht vermieten. Das Haus hat aber auch eine vermietete ELW. D.h. ich habe auch weiter Mieteinnahmen.
    Kann ich in diesem Fall Probleme bekommen das ich noch in D Steuerpflichtig bleibe?
    Macht es sinn oder unsinn einen Zweitwohnsitz in D zu behalten?
    Das Januar Einkommen wird ja noch in D versteuert. Kann ich dafür noch den vollen Jahres Steuerfreibetrag anrechnen?

    Vielen Dank

  • #16

    Michael von EasyDigiTax (Donnerstag, 19 Dezember 2019 06:05)

    Hallo Hannes,
    durch das Haus wirst du voraussichtlich unbeschränkt steuerpflichtig bleiben. Melde dich gerne über unser Kontaktformular und wir besprechen deine Optionen.

  • #17

    Niklas (Donnerstag, 02 Januar 2020 22:30)

    Hallo und erstmal eine frohes neues Jahr.
    Ich wohne und arbeitet in Deutschland meine Freundin arbeitet und wohnt gewöhnlich in Polen, aber weil wir jetzt Nachwuchs bekommen haben und sie in Mutterschutz ist, wohnt sie jetzt bei mir in Deutschland - wird sie somit steuerpflichtig?
    Akutell steht noch nicht fest, ob sie dann den Job aufgibt und nach Deutschland kommt oder ich meinen Job aufgebe und nach Polen gehe.
    vielen Dank

  • #18

    Marta (Dienstag, 07 Januar 2020 05:35)

    Ich wohne seit einem Jahrzehnt dauerhaft im Nicht-EU-Ausland und bin laengst von Dtld. abgemeldet, aber plane nun, eine Wohnung in Dtld zu erwerben, um mich selbst dort einige Monate im Jahr aufhalten zu koennen (Urlaub, remote work). Inwieweit bin ich in Dtld steuerpflichtig? Muesste ich diese Wohnung als Zweitwohnsitz anmelden? Muesste ich mich dafuer wieder in Dtld anmelden? Vielen Dank!

  • #19

    Michael von EasyDigiTax (Dienstag, 07 Januar 2020 06:04)

    Hallo Niklas,

    ja, damit dürfte deine Freundin einen Wohnsitz (beachtet auch die Vorschriften zum Melderecht / Anmeldung beim Einwohnermeldeamt) und Lebensmittelpunt in Deutschland haben. Und damit wäre sie unbeschränkt steuerpflichtig. Solange sie dann aber keine Einkünfte in Deutschland erzielt und der bisherige Job nur in Polen ausgeübt wurde, dürften keine Steuern in Deutschland anfallen.

    Gerne kannst du dir zu all deinen Fragen bzw. auch deinen zukünftigen Plänen eine Beratung bei uns buchen und wir entwickeln eine steueroptimale Strategie.

    Beste Grüße, Michael

  • #20

    Michael von EasyDigiTax (Dienstag, 07 Januar 2020 06:06)

    Hallo Marta,

    wenn du die Wohnung nur als Investition erwerben würdest (und vermietest), wäre es kein Problem. Wenn du aber über die Wohnung Verfügungsmacht (Schlüssel etc.) hast und nur in den Zwischenzeiten vermietest, dürfte das steuerlich ein Wohnsitz sein und du unbeschränkt steuerpflichtig werden. Also besser für die Deutschlandbesuche bei Freunden / Familie unterkommen oder eine Wohnung als Kurzzeitmiete anmieten. Die Pflicht zu Anmeldung beim Einwohnermeldeamt wird regelmäßig erst ab 3 Monaten ausgelöst (für
    Personen die sonst im Ausland wohnen).

    Schau doch auch mal hier in unsere Facebook-Gruppe. Dort diskutieren wir regelmäßig solche Fragen: https://www.facebook.com/groups/rechtssicherauswandernundsteuernsparen

    Beste Grüße, Michael

  • #21

    Marta (Mittwoch, 08 Januar 2020 05:57)

    Vielen Dank fuer die rasche Antwort! Ich moechte aber nochmal nachhaken - ich habe vor, eine Wohnung in Dtld zu erwerben, damit ich dort fuer max drei Monate selbst wohnen kann (Einkommen wird dann weiterhin vom Nicht-EU-Ausland bezogen, wo ich Daueraufenthalt habe). In den restlichen Monaten des Jahres wird die Wohnung leer stehen - ich moechte sie nicht zwischenzeitlich vermieten, sondern nur selbst fuer einige Monate im Jahr nutzen. Wieso wuerde ich dann in Dtld unbeschraenkt steuerpflichtig werden? Wofuer will der Staat mir Steuern abrechnen?

  • #22

    Michael von EasyDigiTax (Mittwoch, 08 Januar 2020 06:11)

    Hallo Marta,
    durch die Wohnung (also durch den Leerstand, da du darüber jederzeit Zugriff auf die Wohnung hast) wirst du unbeschränkt steuerpflichtig. Es kommt dann auf die Einkommensquelle im Ausland an und ob ein DBA mit dem Land besteht. Wenn du angestellt bist, wäre es grundsätzlich dort steuerpflichtig, außer du übst die Tätigkeit in Deutschland aus. Wenn es ein Unternehmen ist, könnte der Wohnsitz zu einer Betriebsstätte in Deutschland führen. Insgesamt ist die Frage leider nicht so einfach zu beantworten.

  • #23

    Enrico (Sonntag, 19 Januar 2020 19:26)

    Ich arbeite in Hamburg bin aber immer 12 Tage beruflich in Spanien unterwegs. Ich moechte meinen Wohnsitz zu meiner Lebensgefährtin nach Spanien verlegen. Meinen Wohnsitz in Deutschland möchte ich aufgeben. Bedingt durch die Arbeit bin ich pro Monat maximal 6 Tage in Deutschland. Dies sollte eine beschränkte Steuerpflicht ermöglichen. Komme ich damit auch wenn ich in Deutschland angestellt bin aus Krankenversicherung und Rentenversicherung raus?

  • #24

    Jassy (Montag, 20 Januar 2020 12:11)

    Hallo,

    ich bin mit meiner Familie auf unbestimmte Zeit auf Reisen, ohne festen Wohnsitz, weder in Deutschland noch im Ausland. Da mein Mann aus Deutschland Rente erhält, jedoch unter dem Freibetrag liegt, ist er unbeschränkt steuerpflichtig. Ich möchte nun ein Unternehmen im Ausland gründen und frage mich ob ich durch meinen Mann auch in Deutschland steuerpflichtig bin? Ich habe sonst nichts mit Deutschland zutun, kein Einkommen, keine Verträge...nur ein Gemeinschaftskonto und ich bin derzeit noch Familienversichert bei meinen Mann.
    Ich bitte um Rat.

    MfG, Jassy

  • #25

    Jens (Montag, 20 Januar 2020 13:33)

    Hallo Michael,

    vielen Dank für den guten Beitrag.
    Ich werde dieses Jahr für ca. 8,5 Monate (von März bis November) in der Türkei meinen Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt haben.
    Ich überlege, Aktien einer ausländischen Firma, die ich auf einer deutschen Bank habe, während der Zeit zu verkaufen. Wenn ich es richtig verstehe, können die Gewinne in der Türkei besteuert werden. Ist das richtig? Oder hat es irgendwelche Auswirkungen auf die Steuer hier in Deutschland?


    Vielen Dank im Voraus und mit freundlichen Grüßen,
    Jens

  • #26

    Julia (Dienstag, 21 Januar 2020 20:28)

    Hallo, ich habe vor, meinen Arbeitsplatz als angestellte im öffentlichen Dienst für unbestimmte Zeit von Deutschland nach Österreich zu verlegen. Mein Mann bleibt und arbeitet in Deutschland, meine Kinder (beide >18 Jahre) bleiben auch hier. Mein Mann und ich hatten hier auch schon getrennte Wohnungen (mein Mann wohnt in unsrere Eigentumswohnung, bisher waren wir steuerlich gemeinsam veranlagt), ich wohne noch in einer gemieteten Wohnung mit meinem erwachsenen Sohn, werde diese Wohnung in Zukunft meinem Sohn überlassen. Ich werde sicherlich ab und dann zu Besuch kommen, mein Hauptaufenthaltsort und Lebensmittelpunkt (?) wäre aber zeitlich eher in Österreich. Bin ich nun in Deutschland weiterhin steuerpflichtig?
    Vielen Dank, Julia

  • #27

    Dani (Mittwoch, 22 Januar 2020 00:04)

    Hallo,
    Ich lebe seit 20 Jahren in den USA, mein Mann ist Amerikaner. Ich habe nun auch in Deutschland eine Wohnung gemietet, werde aber weit weniger als 183 Tage im Jahr hier sein. Muss ich mich ueberhaupt anmelden? Beim Buergeramt hat man mir gesagt, ich solle mich wieder abmelden, wenn ich zurueckfliege. Kann ich das, ohne meinen Mietvertrag zu kuendigen? Muss ich mich also immer an- und abmelden, wenn ich hin- und herreise? Besten Dank im voraus!!

  • #28

    Michael von EasyDigiTax (Donnerstag, 23 Januar 2020)

    Hallo Enrico,
    wenn du keinen Wohnsitz mehr in Deutschland hast (nicht mehr unbeschränkt steuerpflichtig bist), dann dürfte dein Gehalt von einem deutschem Arbeitgeber für die Tage in DE beschränkt steuerpflichtig sein. Für die SV-Themen gilt das unabhängig vom Steuerrecht ähnlich, d.h. es dürfte funktionieren, dass du (wahrscheinlich eigenständig oder über einen spanischen Steuerberater) nur in Spanien die SV-Beiträge abführst und in DE dann nicht. Am besten mal bei deiner Krankenkasse anrufen.

    Ich hoffe, dass hilft dir soweit. SV-Recht darf nur ein Anwalt beraten
    Beste Grüße, Michael

  • #29

    Monika (Mittwoch, 29 Januar 2020 11:40)

    Guten Tag,
    meine Frage: mein Mann lebt seit etlichen Jahren im nicht-europäischen Ausland. Er ist jedoch in meiner Wohnung polizeilich gemeldet. Die Steuererklärung habe ich für uns zusammenveranlagt abgegeben.
    Nun wird mein Mann jedoch nach Deutschland zurück kommen, allerdings in eine andere Stadt ziehen. Wie sollte er sich dort anmelden, mit 2.Wohnsitz, damit wir weiterhin die Steuererklägung zusammen veranlagen können?
    Wir sind beide Rentner.
    Danke im voraus!

  • #30

    Robin (Freitag, 31 Januar 2020 15:21)

    Hallo Michael,
    Ich und meine Familie (Frau + noch nicht schulpflichtiges Kind) sind in Hongkong wohnhaft, haben aber zur Zeit keine Wohnung. Wir nehmen seit Mitte 2018 eine Auszeit (mit gelegentlichen Beratungsjobs fur Firmen in Asien) und sind seit dem auf Reisen in Europa. Ende März wollten wir wieder zurück nach Hongkong ziehen. Unsere Rückreise, die für Ende März geplant war, werden wir jedoch aufgrund des Coronavirus auf unbestimmte Zeit verschieben. Wir haben die überwiegende Zeit in Südeuropa verbracht und sind seit 31. September 2019 in Deutschland mit kurzfristigen Urlauben von bis zu 10 Tagen. Bis zum 20. März 2020 werden wir seit 31. September 2019 zwei mal für jeweils 2 Monate in einer AirBNB Wohnung gewohnt haben, die restlichen Wochen haben wir bei Eltern, Schwiegereltern sowie Freunden verbracht. Unsere Möbel sind seit Mitte 2018 in Deutschland eingelagert.
    Gilt in unserem Fall ausschliesslich die 183 Tage Regel oder besteht in unserem Fall die Gefahr bereits vorher steuerpflichtig zu werden?
    Gilt die 183 Tage Regel für jeden beliebigen Zeitrum, d.h. ab Ende März 2020 fortlaufend oder nur für das Steuerjahr?
    Sofern die 183 Tage Regel seit 31. September 2019 läuft, besteht die Gefahr, dass wir bereits vor Ende März 2020 in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig werden?
    Sofern wir Ende März unseren Flug nach Hongkong wegen des Coronavirus nicht antreten können, reicht ein dreiwöchiger Urlaub ausserhalb Deutschlands aus, um die Steuerpflicht zu verhindern.
    Ich verfüge hauptsächlich über Kapitalerträge.
    Vielen Dank,
    Robin

  • #31

    Michael von EasyDigiTax (Montag, 03 Februar 2020 17:00)

    Hallo Jassy,
    das kommt etwas darauf an. Wenn dein Mann noch einen Wohnsitz in DE hat, dann könnte daraus ein Lebensmittelpunkt für dich und folglich eine unbeschränkte Steuerpflicht abgeleitet werden.

    So wie ich es aber verstehe, ist dein Mann eigentlich nur beschränkt steuerpflichtig, hat das bisher aber nicht so angegeben. Um den Grundfreibetrag zu nutzen, würde in diesen Fällen oft auch ein Antrag auf unbeschränkte Steuerpflicht nach § 1 (3) EStG helfen.

    Ich denke also nicht, dass eine Gründung im Ausland eine Besteuerung in DE auslöst. Wirklich beantworten kann man es aber mit den Angaben nicht. Dabei muss auch immer der jeweilige Einzelfall genau betrachtet werden.

    Beste Grüße, Michael

  • #32

    Karo (Dienstag, 11 Februar 2020 08:55)

    Hallo, meine Frage bezieht sich auf temporäre Auslandsaufenthalte (1-2J) mit der Absicht zurückzukommen (Sabbatical, Aussteigerjahr etc.). Für diese Zeit würde ich nicht vorsehen meinen gesamten Haushalt zu liquidieren, sondern mein Hab und Gut in einem Zimmer bei meinen Eltern zu parken. In Dtl. würde ich mich in dieser Zeit max. für 2 Kurzbesuche im Jahr aufhalten. Wäre ich in diesem Fall für die Zeit meines Auslandsaufenthalts dennoch in Dtl uneingeschränkt steuerpflichtig?

  • #33

    Michael von EasyDigiTax (Dienstag, 11 Februar 2020 14:52)

    Hallo zusammen,
    vielen Dank für die vielen Kommentare und die spannenden Fälle. Leider war ich aktuell sehr ausgelastet, ich hole jetzt aber alle Antworten nach.

    Wenn ihr schneller antworten wollt, dann kommt in unsere neue Facebook-Gruppe:
    https://www.facebook.com/groups/rechtssicherauswandernundsteuernsparen/

    Dort können wir euch besser antworten!
    Besten Dank für die Untersützung, Michael

  • #34

    Michael von EasyDigiTax (Dienstag, 11 Februar 2020 14:57)

    Hallo Jens,

    das ist leider nicht so einfach zu beantworten. Es besteht ganz klar das Risiko, dass das Finanzamt den Aufenthalt in der Türkei nur als vorübergehend einstuft. Dann bleibst du weiterhin in DE unbeschränkt steuerpflichtig und man müsste anhand des DBA klären, wo du als ansässig giltst. Erst dann kann man die Steuerpflicht der Aktienverkäufe beurteilen. Schau dir dazu am besten mal das DBA mit der Türkei an. Wenn du aber nicht mehr in DE unbeschränkt steuerpflichtig bist, sind Aktienverkäufe regelmäßig im neuen Wohnsitzland steuerpflichtig.

    Beste Grüße, Michael

  • #35

    Michael von EasyDigiTax (Mittwoch, 12 Februar 2020 13:16)

    Hallo Julia,
    durch deine familiäre Situation kann das Finanzamt vermutlich schon einen Lebensmittelpunkt in Deutschland unterstellen. Da die Kinder volljährig sind, kommt es hier primär auf das Verhältnis zu deinem Mann an und solange hier gegenüber dem Finanzamt keine Trennung dargestellt werden soll (z.B. durch rechtskräftige Einreichung einer Scheidung), würde im ersten Schritt die unbeschränkte Steuerpflicht wohl aufrecht erhalten. Zusätzlich muss dann beurteilt werden, ob du Einkünfte aus Unselbständiger Arbeit oder dem Öffentlichen Dienst erhälst. Schau mal in Artikel 4 und 15 bzw. 19 des DBA. Wie so oft, kommt es hier aber leider auch wieder sehr auf den Einzelfall an und kann deine Frage nicht allgemein gültig beantwortet werden.

    Viele Grüße, Michael

  • #36

    Michael von EasyDigiTax (Mittwoch, 12 Februar 2020 19:14)

    Hi Dani,
    durch die Anmietung der Wohnung hast du grundsätzlich einen Wohnsitz (da Verfügungsmacht) und bist unbeschränkt steuerpflichtig. Ob du aber eine Steuererklärung abgeben musst, heißt das nicht zwingend.

    Bürgeramt ist für das Finanzamt eigentlich irrelevant. Soweit ich weiß, musst du dich nach spätestens 3 Monaten dort anmelden und ggf. wieder abmelden, abhängig davon, wie lange du DE wieder verlässt.

    Grüße in die USA, Michael

  • #37

    Michael von EasyDigiTax (Freitag, 14 Februar 2020 15:19)

    Guten Tag Monika,

    solange ihr beide verheiratet seid und eine Steuererklärung mit Zusammenveranlagung abgebt, ist die behördliche Meldung nicht entscheidend. Ihr könnt die Steuererklärung beim bisherigen Finanzamt abgeben und bei Fragen mitteilen, dass die andere Wohnung eine Zweitwohnung ist.

    Alles Gute, Michael

  • #38

    Michael von EasyDigiTax (Freitag, 14 Februar 2020 15:26)

    Servus Robin,
    die 183 Tage Regelung (rollierend, d.h. immer bezogen auf die jeweiligen letzten 365 Tage) ist immer als Muss-Regelung zu verstehen. D.h. wenn ihr darüber kommt, seid ihr in jedem Fall (rückwirkend) unbeschränkt steuerpflichtig in DE.

    Alles darunter ist dann Auslegungssache, solange ihr aber unter 183 Tagen bleibt und zudem nicht beruflich sondern nur privat in DE seid, sollte es nicht zu einer Steuerpflicht führen. Hilfreich ist in "Grenzfällen" aber immer, wenn man gut nachweisen kann, dass der Lebensmittelpunkt im Ausland ist. Am Besten mit 183 Tagen in einem anderen Land.

    Ich hoffe, dass hilft dir soweit weiter. Mehr findest du auch hier: https://datenbank.nwb.de/Dokument/Anzeigen/500001_9/
    Beste Grüße
    Michael

  • #39

    Michael von EasyDigiTax (Sonntag, 16 Februar 2020 19:34)

    Hallo Karo,
    einen Wohnsitz dürftest du dann nicht mehr haben. Es bleibt nur das Thema mit dem gewöhnlichen Aufenthalt bzw. dem Lebensmittelpunkt. Das FA könnte argumentieren, dass du nur vorübergehend DE verlassen hast. Grundsätzlich reichen dazu mehr als 6 Monate, zu empfehlen sind aber mindestens 13 Monate. Auf Nummer Sicher ist man wohl immer erst ab 24+ Monaten. Wenn du also mindestens 13 Monate weg bis und erstmal "unklar" ist, ob du zurückkommst, würde ich dich für diese Zeit nicht als unbeschränkt steuerpflichtig ansehen

    Beste Grüße, Michael

  • #40

    Timo (Montag, 17 Februar 2020 15:13)

    Hallo Michael,

    ich plane in die Schweiz auszuwandern um Steuern zu sparen. Ich bin aktuell arbeitssuchend und möchte meinen Wohnsitz komplett in die Schweiz verlegen. Ich mache gerade eine Aktientraderausbildung und möchte als selbständiger Trader arbeiten. In der Schweiz gibt es ja auf Aktiengewinne keine Steuern. Was ist hierbei zu beachten?
    Ich melde mich in Deutschland komplett ab und melde mich in der Schweiz an. Wie wird mein aktuelles Depot besteuert? Hier habe ich in Deutschland Aktien gekauft. Wären diese Steuerfrei sobald ich in der Schweiz gemeldet bin und diese verkaufen möchte? Was wäre, wenn es mir in der Schweiz nicht gefällt und ich nach kurzer Zeit wieder zurück nach Deutschland möchte? Wie lange wäre eine Mindestaufenthaltsdauer?

    Danke!

  • #41

    Michael von EasyDigiTax (Dienstag, 18 Februar 2020 14:00)

    Hallo Timo,

    vielen Dank für deinen sehr umfangreichen Kommentar. Das sprengt etwas den Rahmen hier, gerne können wir das aber auch effizient in einem Beratungsgespräch klären. Dabei können wir all deine Fragen detailliert diskutieren. Weitere Infos findest du unter folgendem Link: https://steuer.easydigitax.de/steuer-strategie-call
    Den Call kannst du auch gerne direkt über meinen Kalender buchen: https://calendly.com/michaelwohlfart/steuerstrategiecall

    Zum Schweizer Recht kann ich dir keine Beratung geben, aus deutscher Sicht ist aber die sog. überdachende Besteuerung bei Wegzug in die Schweiz relevant. Das ist eine Besonderheit im DBA mit der Schweiz und solltest du unbedingt beachten. Aktiengewinne sind grundsätzlich immer am Wohnsitz zu besteuern, da hättest du soweit Recht. Eine Mindestaufenthaltsdauer gibt es in der Form nicht, aber schau dir dazu auch gerne mal meine Empfehlung (mind. 13 Monate) im Kommentar #39 an.

    Freue mich von dir zu hören, gerne zu einem Beratungsgespräch
    Michael

  • #42

    Noranora (Mittwoch, 19 Februar 2020 15:55)

    Lieber Michael,ich möchte nach Spanien für 1 Jahr gehen ,mit der Beabsichtigung eventuell langfristig dort zu bleiben . In Deutschland habe ich 2 minderjährige Kinder, die dann beim Vater leben werden und eine ETW , die ich erstmal für 1 Jahr untervermieten möchte.
    Während dieses Jahr möchte ich in D angemeldet bleiben , da ich vorhabe mein Konto hier zu behalten und hier gelegentlich Aufträge zu erledigen ( für insgesamt ca 50 Tage ins Jahr ) .
    Reicht fürs Finanzamt eine Meldeadresse ? Oder muss ich ein Wohnsitzt in D behalten ? Werde ich dann unbeschränkt steuerpflichtig? Vielen lieben Dank für Deine Hilfe.LG

  • #43

    Jeannette (Mittwoch, 19 Februar 2020 17:26)

    Hallo Michael,

    ich bin freiberuflich tätig (mit zwei Standbeinen) und mein Mann (Angestellter) und ich ziehen im Laufe des nächsten Monats nach Frankreich. Bei beiden Standbeinen falle ich unter die Kleinunternehmer-Regelung.

    Ich werde meine freiberuflichen Tätigkeiten nicht mehr in Deutschland ausüben, sondern in Frankreich neu beginnen.

    Was genau muss ich diesbezüglich wie und wann meinem aktuellen deutschen Finanzamt mitteilen?

    Und wie und wann wird für den Zeitraum, während dem wir noch in Deutschland wohnen, gemeldet sind und Steuern zahlen, die entsprechende Einkommenssteuer für 2020 erstellt?

    Besten Dank für Deine Hilfe hierzu.

  • #44

    Sabine (Mittwoch, 19 Februar 2020 17:54)

    Hallo,

    ich lebe seit 26 Jahren im Ausland, meistens USA. Mein Mann ist Amerikaner, ich bin nicht und war nie berufstätig und wir werden in den USA steuerlich gemeinsam veranschlagt.
    Ich habe in Deutschland Einkommen aus Vermietung und Verpachtung und bin seit meinem Wegzug nur beschränkt steuerpflichtig.
    Wir möchten uns nun ein Ferienhaus in Deutschland zulegen, in dem wir dann während Deutschlandaufenthalten wohnen wollen, wenn mein Mann in Rente geht. Ich gehe davon aus, dass ich dann aber unbeschränkt steuerpflichtig werde. Deutschland hat soviel ich weiß, ein Doppelbesteuerungsabkommen- was bedeutet das in unserem Fall?
    LG aus USA

  • #45

    Michael von EasyDigiTax (Donnerstag, 20 Februar 2020 16:41)

    Liebe Noranora,
    grundsätzlich reicht für das Finanzamt eine Meldeadresse. Sofern du verheiratet bist, dürfte dein Lebensmittelpunkt auch noch hier angenommen werden können (am Wohnsitz des Vaters der Kinder).

    Problematisch könnte nur das Thema aus Sicht Spaniens werden. Wenn du dein Einzelunternehmen (für deine Aufträge?) aus Spanien führst, könnte Spanien eine Betriebsstätte annehmen. Dann wären deine Einkünfte aus dem Einzelunternehmen zumindest anteilig in Spanien zu versteuern, in DE anteilig freizustellen. Steuerlich ist das nicht das Problem. Aber der administrative Aufwand ist meist erheblich, da du zwei Steuerberater brauchst und sich zwei Finanzämter über die Besteuerung einigen müssen.

    Daher lieber ein Unternehmen in Spanien eröffnen (zumindest, wenn du dort langfristig bleiben willst) oder eine GmbH mit Fremd-Geschäftsführer in DE gründen.

    Das ist natürlich alles sehr aufwendig. Zumindest muss dir das Risiko in Spanien aber bewusst sein und du im Zweifel argumentieren, dass keine Betriebsstätte in Spanien begründet wurde (du dein DE Unternehmen also in der Zeit in der du in DE bist führst).

    Ich hoffe, das hilft dir für's Erste
    Gruß, Michael

  • #46

    Julia (Sonntag, 23 Februar 2020 22:17)

    Hallo,
    Ich google jetzt schon eine ganze Weile, um herauszufinden, wie es steuerrechtlich in meinem Fall steht, bin mir aber leider immer noch nicht sicher.
    Ich bin Deutsche und lebe mit meinen Kindern bei meinem Partner (auch Deutscher) in Belgien. Er arbeitet in Luxemburg, ich erziele kein eigenes Einkommen.
    Mein Vater und Bruder sind in Deutschland und ich besuche sie in den Schulferien regelmäßig, wobei mein Vater für unsere Besuche ein Zimmer mit Betten eingerichtet hat.
    Der Vater der Kinder lebt auch in Deutschland und die Kinder besuchen ihn regelmäßig.

    Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen.

    Liebe Grüße



  • #47

    Michael von EasyDigiTax (Montag, 24 Februar 2020 10:08)

    Hallo Jeannette,
    zuerst mal zur Kleinunternehmer-Regelung. Wenn du zwar mehrere Einzelunternehmen hast (also 2 getrennte Buchhaltungen), diese aber immer auf dich als Unternehmerin laufen, greift die Kleinunternehmer-Regelung nur einmal. Das könnte nur mehrfach gehen, wenn es verschiedene Steuersubjekte wären, z.B. Freiberufler, GbR und GmbH.

    Die Abmeldung deines Einzelunternehmens würde ich binnen eines Monats anzeigen, die Auswanderung im Rahmen der Steuererklärung 2020.

    Für 2020 gebt ihr eine ganz normale Steuererklärung ab. Alle Einkünfte nach der Auswanderung müssen weiter in DE besteuert werden, sofern diese unter die beschränkte Steuerpflicht fallen, ansonsten fallen diese in 2020 noch unter den Progressionsvorbehalt.

    Ich hoffe, das hilft als erste Hilfestellung für eine weitere Recherche. Eine Auswanderung als Unternehmer ist leider ziemlich komplex. Spätestens, wenn deine Gewinne >25TEUR jährlich sind, würde ich dringend eineBeratung empfehlen. Mehr Informationen, was es zu beachten gibt, findest du auch hier:

    https://steuer.easydigitax.de/rechtssichere-auswanderung/

    Beste Grüße
    Michael

  • #48

    Michael von EasyDigiTax (Dienstag, 25 Februar 2020 11:03)

    Hallo Sabine,
    ob ihr unbeschränkt steuerpflichtig werdet, hängt eher davon ab, wie oft und lange ihr in DE seid. Eine Ferienwohnung alleine reicht dafür eigentlich nicht aus. Schau dir dazu mal den AEAO zu § 8 AO an: https://datenbank.nwb.de/Dokument/Anzeigen/500001_8/
    "Die Nutzung muss zu Wohnzwecken erfolgen. Die Wohnnutzung muss weder regelmäßig noch über eine längere Zeit erfolgen; erforderlich ist aber eine Nutzung, die über bloße Besuche, kurzfristige Ferienaufenthalte bzw. unregelmäßige kurze Aufenthalte zu Erholungszwecken oder zu Verwaltungszwecken hinausgeht (vgl. BFH-Urteil vom 10.4.2013, I R 50/12, BFH/NV S. 1909)."

    Ansonsten wäre für das DBA ausschlaggebend, wo ihr ansässig seid, also euren Lebensmittelpunkt habt.

    LG in die USA
    Michael

  • #49

    Michael von EasyDigiTax (Mittwoch, 26 Februar 2020 10:33)

    Hallo Julia,
    die Besuche dürften keine Steuerpflicht in Deutschland auslösen. Wichtig ist, dass das Zimmer bei deinem Vater nicht wie ein privates Zimmer mit persönlichen Gegenständen sondern nur wie ein Gästezimmer ausgestattet ist.

    Grundsätzlich gilt, dass für Besuche ein Gästezimmer genutzt werden. Für diese Zeit kann dann auch ein jederzeitiger Zugang (d.h. ein eigener Schlüssel) möglich sein. Nach Ende des Besuchs muss der Schlüssel aber wieder zurückgegeben werden. Die Besuche sollten immer vergleichbar mit einem Hotelaufenthalt ausgestaltet sein. D.h. Anreise mit den notwendigen persönlichen Sachen in ein neutrales Zimmer/Haus und bei Abreise werden alle persönlichen Sachen wieder mitgenommen.

    Liebe Grüße
    Michael